LIM KommR Richard RothböckAls Innungsmeister der Salzburger Holzbau-Meister ist es mir wichtig, den Wandel im Holzbau und den Umfang der Arbeiten dieser Berufsgruppe hier kurz darzustellen. Beim ursprünglichen Zimmereihandwerk, bei dem das Wort „zimmern“

schon sehr viel aussagt, wurden Holzhäuser in handwerklicher Weise errichtet und gezimmert ebenso Holzkonstruktionen wie Dachstühle, Türme und Brücken und noch vieles mehr.


Der Holzbau-Meister der Moderne führt die vorgenannten Tätigkeiten dem Grunde nach immer noch aus, allerdings mit völlig anderen, hochmoderneren Maschinen bis hin zur Verwendung computergesteuerter Abbundanlagen.

 

Gerade im Bereich der Arbeitsvorbereitung hat sich die Tätigkeit völlig gewandelt: Weg vom sogenannten „Schnürboden“, wo die Konstruktion eins zu eins aufgetragen wurde, hinein ins modern ausgestattete Büro. Die technischen Einrichtungen und Hilfsmittel sind mit früheren Zeiten nicht mehr zu vergleichen: Der Großteil der Arbeitsvorbereitung erfolgt nun auf computerunterstützter Basis im Büro, so z.B. die Vorfertigung von Wohnhäusern in Tafelbauweise oder der Tragwerke für Hallen oder Brücken. Die Vielfalt der Materialien im Dämmbereich und in der Abdichtung sowie vorgefertigte Holzwerkstoffe ermöglichen es dem Holzbau-Meister, den neuzeitigen Anforderungen im Baubereich gerecht zu werden und den anderen Baustoffen, wie Metall, Ziegel und Beton eine so starke Konkurrenz zu sein.


Wenn man sich im Bundesland Salzburg umsieht, gibt es ca. 160 Zimmerei- & Holzbaubetriebe, vom Kleinstbetrieb bis hin zu Mittel- und Großbetrieben, wobei die Kleinbetriebe zum Großteil die gesamte Palette des Zimmermeisters anbieten, vom Dachstuhl bis hin zum Innenausbau . Die Großbetriebe hingegen sind teilweise spezialisiert und bieten verstärkt den Wohnhausbau an, z.B. als vorgefertigte Holzhäuser. Gerade diese Schiene im Holzbau weist im Gegensatz zum Massivbau eine stark steigende Tendenz auf. Alleine dieses Faktum ist Beweis genug, dass die Holzbauweise für den Bewohner eine Reihe von Vorteilen bietet: Einerseits ist das Wohnklima gesünder, andererseits fallen durch den hohen Vorfertigungsgrad in den Betrieben und den Wegfall der im Massivbau auftretenden Baufeuchtigkeit nur sehr kurze Bauzeiten an. Der große Erfolg des Holzbaus, v.a. hier bei uns in Salzburg, ist mit Sicherheit auf seine Offenheit gegenüber anderen Werkstoffen und Baumaterialien sowie der ständigen Weiterbildung unserer Fachkräfte zurückzuführen.

Ein großer Schritt ist uns im Bereich der Ausbildung gelungen, wobei zwischen zwei unterschiedlichen Schienen in der Ausbildung differenziert werden muss: Die duale Ausbildung, mit Lehre und Berufsschule, sollte auch weiterhin im Vordergrund stehen. Diese Lehrlinge haben großteils ein hohes Niveau im Bereich des technischen, aber v.a. auch im handwerklichen Könnens und es ist trotz rückläufiger Lehrlingszahlen in anderen Berufsgruppen im Bereich des Holzbaues eine annähernd gleichbleibende Lehrlingszahl zu verzeichnen. Die zweite Ausbildungsschiene im Holzbau wurde seit über 125 Jahren in der HTL-Hallein im Rahmen einer 4-jährigen Fachschule vorgenommen. In den nächsten drei Jahren läuft diese Schiene aus und wird durch eine neue, moderne und zeitgemäße Ausbildungsvariante ersetzt, die wir von der Landesinnung gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Salzburg nach langen Bemühungen beim Bundesministerium für Unterricht durchsetzen konnten: Im September 2004 wird in Hallein eine HTL für Holzbautechnik, als Ersatz für die 4-jährige Fachschule, mit dem Unterricht ihres ersten Lehrganges beginnen.

So sehe ich als Innungsmeister der Salzburger Holzbau-Meister die weitere Zukunft unserer Betriebe und derer Mitarbeiter durchaus gesichert – wir sind bestens gerüstet! Wir haben für alle unsere Kunden, den echten Freunden des Holzbaues, vorgesorgt und ich werde auch weiterhin bemüht sein, den Holzbau gemeinsam mit unseren Salzburger Holzbau-Meistern für Sie voranzutreiben.

Holz, holz, holz her!
Ihr
Richard Rothböck
Landesinnungsmeister Salzburg

 

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