Am Tag des Waldes, dem 21. März, kommt ein zweiter Wald aus Häusern in die Stadt Salzburg. Der Verein proHolz Salzburg, der Holzcluster Salzburg und die Initiative Architektur zeigen bei einer Stadt.Wald.Bus Rundfahrt auf, was im urbanen Bauen und Wohnen mit der nachhaltigen und regionalen Ressource Holz machbar ist, und welche Zukunftspotentiale sich ergeben.

„Der Rohstoff Holz als Lösung für die Klimakrise, aber nicht ohne bewirtschaftete Wälder“, so lautet der Grundsatz von Ök.Rat Rudolf Rosenstatter, Obmann von proHolz Salzburg. Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung ist das Fundament für das Wirtschaftswunder Wald und Holz und zudem aktiver Klimaschutz in zweifacher Hinsicht: Die vermehrte Verwendung von Holz und Holzprodukten ersetzt CO2-intensive bzw. fossile Rohstoffe und zusätzlich wird das klimaschädliche CO2 langfristig in den Holzprodukten und Holzhäusern gespeichert. „Das Bewusstsein ist präsent, die Dekarbonisierung des Bauwesens ist unumgänglich. Die Politik und Gesetzgebung haben reagiert, die Holzindustrie und Forschung hat in den letzten 10 Jahren hervorragende Arbeit geleistet (dataholz.eu, leanwood.eu, etc.). Im Bildungswesen (Schulen und Kindergärten) ist Holzbau sehr stark vertreten, im mehrgeschossigen Wohnbau gilt es aufzuholen und dafür wünsche ich mir noch stärkere Bekenntnisse der Politik“, so Arch. Christian Struber, Vorsitzender der Initiative Architektur.

Auch in der Landeshauptstadt Salzburg können vorbildwirkende Gebäude gezeigt werden. Der neu errichtete Gebäudekomplex der Österreichischen Gesundheitskasse ist mit neun Geschoßen das höchste Holzgebäude im Bundesland Salzburg. „Sparsamer Umgang mit der Ressource Boden ist oberstes Prinzip, wenn es um Nachhaltigkeit geht“, erläutert der Landesinnungsmeister Holzbau KR Friedrich Egger. In dieselbe Kerbe schlägt auch der ausführende Architekt bei der Wohnanlage Friedrich-Inhauser-Straße, Christoph Scheithauer.

Oben drauf.

„Das Projekt wurde von der Heimat Österreich errichtet und kann in jeder Hinsicht als außergewöhnlich bezeichnet werden. Das wirklich Besondere bei diesem Nachverdichtungsprojekt ist das umfassende Konzept in Sachen Klima- und Umweltschutz. Für die Aufstockung wurde für die Konstruktion überwiegend Holz und für die Dämmung des Bestandes vorrangig Zellulose verwendet. Fossile Energieträger wurden komplett ausgeschlossen, dafür kommen Photovoltaik, Wärmegewinnung aus Abwasser und Raumluft sowie Pufferspeicher zum Einsatz“, erklärt Scheithauer.

Gebäude als globale Kohlenstoffsenke

Geht es nach Prof. Hans Joachim Schellnhuber, dem engen Berater der Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für die Initiative „neues Europäisches Bauhaus“, muss Bauen sich neu ausrichten. Schellnhuber stellt fest, dass in den nächsten drei Jahrzehnten alle Wirtschaftsbereiche dekarbonisiert werden müssen, wenn die Menschheitsaufgabe Klimaschutz und das Paris-Klimaschutzziel noch bewältigt werden soll.

„Es ist unsere Aufgabe, das Bewusstsein in der Bevölkerung und bei den Entscheidungsträgern zu schaffen, dass unsere heimische Forst- und Holzwirtschaft ein wesentlicher Baustein für die Erreichung von Klimazielen ist“, sagt Rosenstatter während der Busfahrt mit dem eigens designten Linienbus im proHolz-Look.

Regionale Wertschöpfung

Dass die Salzburger Forst- und Holzwirtschaft ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist, ist längst bekannt. Dass Holz auch die Lösung für das Klima sein kann, gilt es zu kommunizieren. Eine von proHolz in Auftrag gegebene Studie von Economica Institut für Wirtschaftsforschung hat jüngst ergeben, dass die Bruttowertschöpfung durch die Forst- und Holzwirtschaft in Salzburg bei 1,6 Mrd. Euro jährlich liegt und mehr als 23.000 Arbeitsplätze unmittelbar und mittelbar durch die Branche gesichert werden.

Beim Bau des Ronald McDonald Kinderhilfe Haus in Salzburg wurde von Beginn an auf den Baustoff Holz gesetzt. Rund 500m³ Schnittholz sind in dem mehrgeschossigen Baukörper verbaut worden. Dadurch werden 500 Tonnen CO2  langfristig gebunden. „Der Neubau und die Eröffnung des Kinderhilfe Hauses in Salzburg ist unser größtes Projekt in diesem Jahr. Wir können damit Eltern und ihren kranken Kindern in dieser schwierigen Zeit das Wichtigste schenken: Nähe und Geborgenheit, einen Ort zum Wohlfühlen – ein Zuhause auf Zeit in Kliniknähe“, erklärt Kinderhilfe Vorstand Karin Schmidt.

Zum Abschluss wird am Tag des Waldes traditionell auch ein Baum gepflanzt. Dieses Mal soll eine Eiche im Vorgarten des Ronald McDonald Kinderhilfe Hauses für viel Freude sorgen.

Fotonachweis: Neumayr Fotografie - Christian Leopold