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Bestens informiert in die Karriere starten

Salzburg, 15. März 2012/WKS. Gut ausgebildete Mitarbeiter sind das größte Kapital eines Unternehmens. Um auch in Zukunft genügend Fachkräfte zur Verfügung zu haben, engagieren sich die Innungen und Fachgruppen in der WK Salzburg intensiv in der Berufs-information. Gemeinsam mit der Landesberufsschule Wals organisiert die Sparte Gewerbe und Handwerk in der WKS daher heute, Donnerstag, 15. März, einen „Tag der offenen Werkstätten“. Dabei haben SchülerInnen aus zehn Salzburger Schulen die Möglichkeit, sich aus erster Hand über die vielfältigen Ausbildungs- und Karrierechancen in den Bauberufen zu informieren.

 

„Wir sind stolz auf die gute Zusammenarbeit zwischen Betrieben und Berufsschule. Diese Dualität in der Ausbildung ist ein weltweites Best-Practice-Beispiel, das die bekannt hohe Qualität der Produkte und Dienstleistungen der heimischen Wirtschaft sicherstellt“, betonen die beiden Innungsmeister Friedrich Egger von den Zimmerern und Erwin Wieland von den Malern.

Die Aktion ist eine von vielen im Rahmen des WKS-Jahresthemas „Bildung schafft Zukunft“. Das Jahresthema umfasst u. a. eine Lehre-Imagekampagne, den Wettbewerb „Lehrlingsfreundlichste Gemeinden“ und die Wahl der innovativsten Schulen Salzburgs. Ein eigenes Projekt widmet sich dem Thema „Migration und Integration als Chance gegen den Fachkräftemangel“. Gemeinsames Ziel aller Initiativen ist es, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und damit die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Salzburgs abzusichern. 

Modernste Infrastruktur für 1.000 Schüler

In der Landesberufsschule Wals werden knapp 1.000 Lehrlinge für das Bau- und Baunebengewerbe ausgebildet. Die Lehrzeit bei allen Berufen dieses Gewerbes beträgt drei Jahre. Die Lehrberufe umfassen Bautechnische Zeichner, Fliesenleger, Hafner, Maler und Anstreicher, Maurer, Steinmetze, Stuckateure und Trockenbauer, Schalungsbauer und Zimmerer.

Vor zwei Jahren wurden die Lehrwerkstätten der Landesberufsschule um insgesamt 8,8 Mill. € auf den neuesten Stand gebracht. Die Baumaßnahmen, die zwischen August 2009 und September 2010 fertiggestellt wurden, umfassten Sanierung, Umbau und einen Neu-bau, die Errichtung des Kellergeschoßes zum Neubau, ein Verbindungsbauwerk zur Schule und zum Müllhaus sowie die maschinelle und haustechnische Ausstattung. „Unsere Schule und ihre Werkstätten sind damit auf modernstem Standard“, freut sich Schuldirektor Bmst. Ing. Hans Berner. Auch er ist vom Modell der dualen Berufsausbildung überzeugt: „Die Lehrlingsausbildung hat einen hohen fachlichen, wirtschaftlichen und sozialen Stellenwert. Gemeinsam mit den Lehrlingsausbildern in den Betrieben und den Eltern der Jugendlichen schaffen wir es immer wieder, trotz starker Heterogenität der SchülerInnen und einem auf mehrere Wochen beschränkten Unterricht eine qualifizierte berufliche Fachkompetenz zu vermitteln.“

Beim Tag der offenen Tür werden die SchülerInnen aus Salzburger Hauptschulen, Poly-technischen Schulen und einer Landwirtschaftlichen Fachschule in Kleingruppen durch die jeweiligen Werkstätten geführt. Neben den Lehrern stehen auch BerufsschülerInnen aus den verschiedenen Branchen Rede und Antwort. Zu jedem Beruf gibt es spezielles Informationsmaterial. Der „Tag der offenen Werkstätten“ findet zwischen 10 und 15 Uhr statt.

Ziel: Gesamtlehrlingszahl halten

Die Gesamtlehrlingszahl in den Berufen des Bau- und Baunebengewerbes lag in den ver-gangenen Jahren konstant bei rund 1.000 Auszubildenden. Aufgrund der demografischen Entwicklung ist in den kommenden Jahren allerdings mit deutlich weniger PflichtschulabsolventInnen zu rechnen, die für einen Lehrberuf in Frage kommen. Sind es heuer noch 6.357 PflichtschulabsolventInnen in Salzburg, so gibt es 2013 nur mehr 6.153 (-204). 2014 sind es dann 6.032 (-121) und 2015 sinkt die Zahl erstmals unter 6.000 (5.874, -158).

Salzburgs Gewerbe und Handwerk wird deshalb große Anstrengungen unternehmen, um den aktuellen Lehrlingsstand auch in Zukunft zu halten. „Um das zu schaffen, fordern wir alle Betriebe auf, ihr Personal selbst auszubilden um damit einem drohenden Facharbeitermangel vorzubeugen“, sagen Egger und Wieland unisono. Wie die Krise 2008-2009 gezeigt habe, bietet eine Lehre in Gewerbe und Handwerk große Sicherheit. Denn in diesem Zeitraum haben die zahlreichen Klein- und Mittelbetriebe den Personalstand weiter erhöht und nicht wie anderswo abgebaut.

„Berufserlebniswelten“ am 2. und 3. Juli

Bereits von 2. bis 3. Juli findet im WIFI Salzburg und in der BAUAkademie Lehrbauhof Salzburg der nächste große Berufsinformationsevent im Gewerbe und Handwerk statt. Bei den „Berufserlebniswelten“ können SchülerInnen aus Pflichtschulen und aus weiterführenden Schulen wie den AHS in die Berufswelt eintauchen. „Dabei gehen wir so weit, dass Interessierte in den Werkstätten auch einmal selbst Hand anlegen und ein kleines Werkstück fertigen können. Wir wollen damit vor allem das Interesse von Jugendlichen aus dem städtischen Raum für einen Handwerksberuf wecken“, erläutern die beiden Innungsmeister.

Daneben präsentieren sich die Bauinnungen auch im Rahmen der Berufsinformationsmesse „bim“ im November d. J. In den Bezirken bzw. an den regionalen Schulstandorten gibt es regelmäßig Schulbesuche von Unternehmern bzw. Schnuppertage in Betrieben, die den Jugendlichen Einblicke in die Berufswelt ermöglichen. Das fachlich hohe Niveau in den Berufen wird immer wieder bei nationalen und internationalen Berufswettbewerben unter Beweis gestellt. Unter anderem hat bei der Berufs-WM 2011 in London die Malerin und Anstreicherin Renate Lässer aus Vorarlberg den WM-Sieg für Österreich geholt.

Generell stehen den Jugendlichen mit der Lehre alle Karrierewege in der Wirtschaft offen. Über Fachschulen und die Meisterprüfung kann der Weg bis zur Selbstständigkeit führen. Mit dem Ausbildungsmodell „Lehre und Matura“ haben Lehrlinge zudem die Möglichkeit, parallel zu ihrer beruflichen Ausbildung kostenlos die Matura zu absolvieren.

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(v. l.): Bmst. Ing. Hans Berner, Direktor der Landesberufsschule Wals, Lehrling Robert König, St. Michael, Lehrling Andreas Leitner, Mittersill, Erwin Wieland, Innungsmeister der Maler und Tapezierer, Friedrich Egger, Innungsmeister der Zimmerer, in der neuen Zimmerer-Werkstatt.

Foto: WKS/Neumayr

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