Der Anteil des Holzbaus am Bauvolumen steigt. Vor allem bei Einfamilienhäusern aber auch im öffentlichen Bereich gibt es hervorragende Zahlen. Im mehrgeschossiger Wohnbau, Kommunal-,  Industrie- und Gewerbebau ist noch einiges Potential nach oben möglich.

INNUNGSMEISTER
FRIEDRICH EGGER
UND JOSEF RAINER
(re.) sind sich einig: „Mit
Augenmerk auf günstiger
Wohnen, weniger Energieverbrauch
und verdichtetes
Leben ist Bauen in Holzbauweise
DIE Lösung schlechthin
für eine nachhaltige
Form des Wohnens“.
Fotos: WKS

Der Holzbauanteil in Salzburg ist laut einer Studie der Universität für Bodenkultur und proHolz Salzburg in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Schon jetzt werden 29 Prozent alle Bauvorhaben im Land in Holzbauweise errichtet. Bei Einfamilienhäusern liegt der Anteil bereits deutlich über 30 Prozent, bei
Bauvorhaben im öffentlichen Bereich  fast 40 Prozent. Trotz dieser Steigerung ist in Österreich noch genug Potential vorhanden. Vor allem in den Städten, im mehrgeschossigen Wohnbau, im Kommunalbau sowie im Industrie- und Gewerbebau gäbe es für den Holzbau noch unzählige Einsatzmöglichkeiten, berichten Friedrich Egger und Ing. Josef Rainer von der Landesinnung Holzbau Salzburg.


Holz im öffentlichen Bau
„Bauen mit Holz ist bei Kommunen aktuell gefragt.“ In vielen Gemeinden würden schon jetzt Kindergärten, Schulen und Gemeindezentren vielfach  in Holzbauweise errichtet, so Innungsmeister Egger. Das sei vor allem der Politik zu verdanken, die „in Salzburg voll hinter dem Holzbau steht und die ökologischen wie auch ökonomischen Stärken  zu schätzen weiß!“ Ein wichtiger Aspekt laut Egger ist auch: „Wer mit Holz baut, leistet einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und stärkt die regionale Wertschöpfung.“ Innungskollege Josef Rainer kennt viele positive Beispiele in Stadt und Land die untermauern, dass „Holzbau im öffentlichen Bereich Fuß gefasst hat.“ Besonders gefragt seien im Moment Gemeindezentren in Holzbauweise. „In Kuchl und Unternberg sind bereits zwei tolle Projekte realisiert worden. Gerade in Umsetzung ist ein Gemeindezentrum in Nußdorf“, berichtet der Holzbau-Meister aus Taxenbach.

Brückenbau

Historisch haben Holzbrücken bereits den Beweis angetreten, hervorragende Leistungen bei minimalem Aufwand zu bieten. Insbesondere wenn der konstruktive Holzschutz gegeben war, sind jahrhundertealte Holzbrücken, wie sie heute noch bei unserem östlichen Nachbarn in der Schweiz oft zu sehen sind keine Seltenheit.

Eine überdachte Holzbrücke hat eine nahezu unbegrenzte Nutzungsdauer. Einer der wesentlichsten Vorteile des Baustoffes Holz ist in diesem Zusammenhang wohl auch die Tausalzbeständigkeit des Materiales. Während andere Materialien dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden, führt bei Holz Tausalz zu imprägnierungsähnlichen Schutzfunktion und somit einer verlängerten Nutzfunktion des genialen Baustoffes Holz.

In punkto Nachhaltigkeit und Ressourcennutzung gibt es bei Holzbrücken unzählige Vorteile, welche aus dem Holzbau bereits jedermann bekannt sind. Die hohen spezifischen Belastungswerte im Verhältnis zum geringen Eigengewicht sind nur einer von vielen.

Besonders innovative Kommunen nützen die Genialität des Baustoffes nicht nur für Fahrradwege und Klammbrücken, sondern auch als kostenschonende Alternativen bei geringen Budgets.


Holz macht Schule
Geht es um den Bau von Bildungseinrichtungen dominiert genauso der Werkstoff Holz. Innungsmeister Egger nennt die schlagkräftigen Argumente dafür: „Holzbauten sind schnell und kostengünstig zu errichten und sofort nutzbar. Außerdem sorgt Holz für ein positives und anregendes Klima in den Klassenräumen.“
Die Landwirtschaftsschule Winklhof stellt ein gelungenes Beispiel für eine Erweiterung dar, indem mit Holz in kurzer Zeit neue Räumlichkeiten für Schule und Internat geschaffen wurden. Unter anderem wurde dabei Salzburgs erster Liftschacht aus Holz errichtet. Bildungsbauten in Holz haben u.a. auch die Gemeinden  Saalbach und Unternberg (jeweils Kindergarten) realisiert. Das Seniorenwohnheim in Hallein ist bis dato Salzburgs höchster mehrgeschossiger Holzbau in massiver Holzbauweise. Das Gebäude  hat fünf Stockwerke und wurde mit vorgefertigten Raummodulen errichtet, die eine rasche Montage erlaubten.

Wohnungsbau in Holz
Als Konstruktionsmaterial ist Holz auch für hohe Bauwerke gut einsetzbar. Mehrstöckige Wohnhäuser aus Holz sind in verschiedenen europäischen Metropolen bereits verwirklicht. Betrachtet man die Situation hierzulande gibt es noch viel Luft nach oben. „Nur einige wenige innovative gemeinnützige Bauträger aus Salzburg haben bislang die Qualitäten des Holzbaus erkannt und Vorzeigeprojekte im sozialen Wohnbau umgesetzt“, sagt Egger.
Was an geförderten Wohnprojekten in Holz- oder Holzmischbauweise aktuell in Salzburg in Planung bzw. im Bau sei, wäre zu wenig. Die Innungsmeister Egger und Rainer sehen in der neuen Wohnbauförderung positive Ansätze, um hier verstärkt Anreize für den sozialen Wohnbau in Holz zu schaffen.  
Bei der urbanen Verdichtung, sprich Aufstockungen, einem der wohl günstigsten Möglichkeiten der Wohnraumschaffung, sind die Vorzüge des Bauens mit Holz unschlagbar!
Im Gegenzug sei die Holzbranche aufgefordert gemeinnützige Bauträger von den Qualitäten des Holzbaues im Wohnbau weiter zu überzeugen – neue wissenschaftliche Erkenntnisse und technologische Durchbrüche wie u.a. die  Studie HOLZaufBAU 2020, leisten dabei auch enorme Schützenhilfe, sind sich die Innungsmeister einig.


Zukunftsmarkt Skiliftbauten
Einen weiteren Zukunftsmarkt für den Holzbau sehen Egger und Rainer bei Skiliftbauten. Holz sei ein genialer Rohstoff und Werkstoff, der ohne Raubbau an der Natur genutzt werden kann. „Holzbau verbindet modernste Technologie mit großartiger Architektur und Nachhaltigkeit und ist somit die ideale Bauweise, um in der sensiblen Gebirgswelt zu bauen“, plädiert Rainer. Nach wie vor würden Skigebiete aber auf Bauten ohne jeden ökologischen Input setzen, dass müsse nicht sein. Innungsmeister Egger verweist darauf, dass der Holzbau längst alle baulichen Anforderungen für Skiliftbauten bewältigen könne und Bauen in den Bergen um vieles ökologisch verträglicher machen würde.   
Im Dreieck Süddeutschland, Schweiz und Westösterreich -  es gilt als der innovative Hotspot in der Holzbauszene -  werde bereits vermehrt Holz im Bau von Bergbahnanlagen  eingesetzt. Auch Salzburg sollte diesem Beispiel schnell folgen. „Wir würden viel lieber heimisches Holz als fernöstlichen Stahl an den hiesigen Skiliftstationen sehen“, sagen Holzbau-Meister Egger und Rainer.

Bestes Know-how macht den lizensierten Holzbau-Meister zum Experten für den fachgerechten und optimalen Einsatz des Baustoffes Holz. Er ist derjenige, der mit Fachkompetenz beratend zur Seite steht und von der Planung bis zur Fertigstellung „Alles aus einer Hand“ erledigt!

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